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Osterhofener Zeitung vom 05.07.2012

Ist ein Blitz im Freibad gefährlich?

Bademeister raten bei Gewitter: Raus aus dem Wasser und ab ins Haus

 - Bademeister Johannes Pleintinger erklärt, dass die Westseite die Wetterseite bildet. Aus dieser Richtung sind kommende Wetterereignisse zu erkennen.  - Foto: Thaller
Bademeister Johannes Pleintinger erklärt, dass die Westseite die Wetterseite bildet. Aus dieser Richtung sind kommende Wetterereignisse zu erkennen. - Foto: Thaller

Osterhofen. Ein Blitz schlägt in das Springerbecken des Osterhofener Freibads ein. Eine Wasserfontäne schießt weit über den Turm hinaus. Dies passierte wohl bei einem Gewitter vor einigen Jahren, das einigen Anwohnern aus der Lahrstraße noch im Gedächtnis ist. Weitere Schäden sind nicht bekannt.

Die Bademeister können sich an den Blitzschlag nicht erinnern. Aber "ein Blitz hätte dafür gesorgt, dass das Bad vier Wochen lang geschlossen werden hätte müssen, um entstandene Schäden zu beheben", sagt Bademeister Andreas Ebenbeck-Schmid. Er weiß, dass im St. Pöltener Freibad in Oberösterreich ein Blitz in ein Becken einschlug und die Rohrleitungen schmelzen ließ.

Sein Kollege Bademeister Johannes Pleintinger hingegen fügt an: "Ein Badegast, der im Wasser von einem Blitz getroffen wird, hat in der Regel keine Chance zu überleben. Selbst wenn ein Blitz auf der anderen Seite des Beckens einschlägt, besteht immer noch größte Gefahr."

Er ergreift deshalb Sicherheitsmaßnahmen: "Wenn ich ein kommendes Unwetter bemerke, empfehle ich den Badegästen, die mit Fahrrädern oder zu Fuß ins Freibad gekommen sind, über eine Durchsage , das Freibad zu verlassen und sich in Sicherheit zu begeben." Wenn das Gewitter das Freibad erreicht hat, werden verbleibende Gäste dazu aufgefordert das Becken und auch das Bad zu verlassen. In diesem Punkt sind sich die Bademeister einig: Bei Gewitter raus aus dem Wasser und ab in ein sicheres Gebäude.

Um aufziehende Gewitter möglichst früh zu erkennen, nutzen die Osterhofener Bademeister Aufnahmen eines Wetterradars. Und versuchen natürlich selbst die jeweilige Wetterlage richtig zu deuten.

"Strom ist ein fauler Hund. Er sucht den kürzeren Weg", erklärt Physiklehrer Stefan Manetsberger von der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule. Eine Person, die sich in einem Gewässer befindet und deren Kopf aus dem Wasser ragt, bildet den höchsten Punkt rund um sich. Dies sollte jedoch vermieden werden, da es so zu einer Spitzenentladung kommen kann. Das heißt, dass der Blitz direkt den Kopf des Schwimmers trifft.

Bei Blitzeinschlägen in Seen kommt es vor, dass rund um den Einschlagsort tote Fische zu sehen sind. Ähnlich ist es bei Menschen: Da sich die Ladung kreisförmig ausbreitet, kann ein Blitztreffer in der Nähe einer Person schlimmste Folgen nach sich ziehen. Wenn man das Wasser bereits verlassen hat, spielt es keinen Unterschied, ob die Haut noch nass oder bereits trocken ist. Die Spannung ist auf jeden Fall zu hoch, um das Eindringen in den Körper zu verhindern. Eine Person, die einen Blitzschlag überlebt, erleidet schwerste Verbrennungen, Herzrhythmusstörungen und unter Umständen auch Hörschäden.

Ein Tipp von den Physiklehrern Franz Kirschner und Stefan Manetsberger: Am besten in geschlossenen Gebäuden und Autos Schutz suchen. Ist dies nicht möglich, sollte man sich so weit wie möglich von Bäumen fern halten und eine Art von "Katzenbuckel" bilden.

Ein Blitz verursacht immense Stromstärken weit über einige tausend Ampère und Spannungen, die mehrere Millionen Volt betragen können. Für einen Menschen können schon 100 Milli-Ampere tödlich wirken.

Das Freibad ist deshalb mit einer Art Blitzableiter ausgestattet: An den einzelnen Becken sowie am Turm sind zum Schutz vor elektrischen Ladungen Erdungsbänder eingebaut.

Christoph Thiele, Kommandant der Altenmarkter Feuerwehr und Elektromeister, erläutert, dass die Erdungen eines Freibads auf 20 000 Volt ausgelegt sind. Bei guten Ableitungsbedingungen könnten auch bis zu 50 000 Volt verarbeitet werden.

"Bevor aber ein Blitz in eines der Becken einschlägt, würde er eher einen der Bäume treffen, die sich rund um das Bad befinden", weiß Bademeister Manfred Winter. Und Johannes Pleininger erinnert sich an seine Zeit als Bademeister in Deggendorf: Dort traf ein Blitz einen Baum auf dem Gelände des Freibades. - ct

Artikel aus Osterhofener Zeitung vom 05.07.2012

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