Osterhofener Zeitung vom 14.05.2011
Seit 40 Jahren Freizeitspaß im Sommer
Das städtische Freibad wurde am 15. Mai 1971 eröffnet − 1988 kam die lange Röhrenrutsche hinzu
Von Sabine Heinritz
Osterhofen. Kaum zu glauben, aber das städtische Freibad feiert heuer sein 40-jähriges Bestehen. Ganze Generationen von Osterhofenern haben in dem Bad an der Lahrstraße ihre Sommer verbracht, manche sind schon seit der Eröffnung vor vier Jahrzehnten treue Stammgäste. Wie zum Beispiel Alfred Stumpf, Jahrgang 1926, der auch heuer fest vorhat, wieder vom Fünf-Meter-Brett zu köpfen.
Ein paar Tage vor der offiziellen Eröffnung hat er im Freibad vorbeigeschaut: „Wenn das Wasser so blitzt und funkelt, dann lockt mich das“, gibt er zu. Seine bald 85 Jahre sieht man ihm nicht an. Dazu beigetragen hat sicher, dass er im Sommer „mindestens einmal, manchmal zweimal am Tag“ ins Schwimmerbecken steigt und dort seine Bahnen zieht. „Es ist das schönste Schwimmbad hier in der Umgebung. Ich freue mich jedes Jahr, wenn es aufmacht“, sagt er.
Stammgäste können Saison kaum erwarten Anfangs schwimmt er 500 Meter, steigert sich aber bald auf 1000 Meter und dieses Pensum hält er dann den Sommer über durch. Dabei war die Liebe zum Wasser für Alfred Stumpf nicht selbstverständlich. „Ich habe erst in Osterhofen schwimmen gelernt,“ gibt Stumpf zu, der in der ehemaligen DDR aufgewachsen und später in den Westen geflüchtet ist.
Seit Mitte April haben die drei Schwimmmeister Manfred Winter, Andreas Ebenbeck-Schmid und Johann Pleintinger das Freibad auf Vordermann gebracht, damit die Besucher es rechtzeitig zur Eröffnung am heutigen Samstag, wieder picobello gepflegt vorfinden. Ob das Wetter am Samstag wieder so schön wird wie bei der Inbetriebnahme am Samstag, 15. Mai 1971? Die Osterhofener Zeitung berichtete seinerzeit unter der Überschrift „Freibaderöffnung bei idealem Badewetter“ von „herrlichem Sonnenschein, zahlreichen Ehrengästen und einer großen Zahl von Einwohnern aus Osterhofen und Umgebung“, die an dem Festakt zur Einweihung teilgenommen hatten. Nach den Ansprachen der Honoratioren fanden im großen Schwimmerbecken ein Wasserballspiel und Wettkämpfe statt, die der Schwimmclub Landshut und die Schwimmabteilung des TV Passau organisiert hatten. Jeweils 1000 Badegäste fanden sich am Samstag und Sonntag bei freiem Eintritt im Bad ein. Der ehemalige Leiter der OZ-Lokalredaktion, Heinz Hager, schrieb in seinem Bericht: „Landrat Hofmann bezeichnete die Schaffung des Schwimmbades als ein weiteres wichtiges Glied in der großen Kette der Aufbauleistungen der Stadt, die damit ihren Freizeitwert beträchtlich erhöht habe.“ Schon damals kam nicht alles Geld vom Staat. Der 1966 gegründete Schwimmbad-Unterstützungsverein mit seinem Vorsitzendem Sepp Rager habe entscheidend zur Realisierung des Bads beigetragen, indem innerhalb von vier Jahren die „respektable Summe von 60 000 DM“ durch Spenden und freiwillige Beiträge gewonnen werden konnte, hieß es im Bericht.
Aufgrund des guten Wetters öffnete das Freibad damals schon drei Wochen früher als geplant − auf die Fertigstellung des Sprungturms, auf Abfallkörbe und Sonnenschirme mussten die Badegäste noch ein paar Tage warten.
Noch keine 40, aber etwa 25 Jahre ist Manfred Winter im Schwimmbad beschäftigt und wie kaum einer weiß er Bescheid über die Freibad-Geschichte. 1988 fand die erste große Sanierung statt. Damals wurden das Schwimmer-, Nichtschwimmer und Springerbecken saniert und eine Vertikaldurchströmung eingerichtet. Seit 1988 gibt es auch die lange Rutsche − nach wie vor eine große Attraktion für die jungen Badbesucher. 1990 wurde das Wirtschaftsgebäude saniert, im Jahr 2003 wurden die Filter in den Becken erneuert. 2008 erfolgte eine weiter Beckensanierung: Eine neue Folienauskleidung im Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken war nötig und der Beckenkopf musste erneuert werden. Da er aus Fliesen bestand, waren nach jedem Winter Reparaturen der Frostschäden angesagt.
Mit Ausnahme der neuen Rutsche sind Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Springerbecken noch wie bei der Eröffnung im Jahr 1971. Das Plantschbecken für die Kleinsten ist 1990 umgebaut worden. Die rote Elefantenrutsche musste aus Altersgründen eingemottet werden. An seiner Stelle wurden eine kleine Rutsche und eine Schildkröte aufgestellt. In den letzten Jahren neu hinzugekommen ist das Beach-Volleyball-Feld.
Anfangs wurden noch Stadtmeisterschaften im Schwimmen im Bad ausgetragen, auch die Wasserwacht veranstaltete einige Badfeste. Inzwischen ist das Strandfest der Wasserwacht in Mühlham zur festen Einrichtung geworden.
Mehr als 1000 Besucher lockte das Marine-Freibad-Fest am 23. Juli 2005 nach Osterhofen. Die Gäste wurden mit Vorführungen der Marinetaucher und einem Promi-Wettschwimmen unterhalten. Am Abend feierte „unserRadio“ mit dem Partyvolk bis in die Nacht.
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